Unter der Caracalla Therme verbirgt sich eine geheime Welt, in die Besucher keinen Zutritt haben. Heute aber öffnen wir für Sie das Tor. Tauchen Sie mit uns ab in die Tiefen der Technik
Pumpen zischen, Maschinen dröhnen, die Neonleuchte an der Decke taucht den Gang in grelles Licht. Das Thermometer an der Waschbetonwand zeigt 32 Grad. Bereits nach wenigen Minuten im Keller der Caracalla Therme ist meine Kehle staubtrocken. Während ich hier unten auf Jürgen Fischer, den technischen Leiter der CARASANA Bäderbetriebe, warte, stelle ich mir vor, jetzt ein Stockwerk höher zu sein: Ich tauche in warmes Thermalwasser. Ein wohliger Schauer zieht sich über meine Haut. Leise plätschernde Wassergeräusche dringen schmeichelnd an meine Ohren. Massagedüsen lockern derweil meinen Nacken. Tschüss, Alltag, denke ich …
Ein lautes „Hallo“ reißt mich aus dem süßen Tagtraum und zerrt mich zurück in die stickige Realität. „Willkommen in der Technik“, sagt Jürgen Fischer mit kräftiger Stimme. „Am besten Sie folgen mir, und ich führe Sie durch unsere Anlage.“ Der Rundgang dauert seine Zeit, denn die ganze Caracalla Therme samt ihren Außenbecken ist unterkellert. Wir laufen durch ein Labyrinth aus unzähligen schmalen und breiten Gängen. Gut, dass ich mit einem Meter sechzig recht klein und zierlich bin, denke ich. Die vielen Rohre und Schläuche, die sich an den Wänden und der Decke schlängeln, können mir so wenigstens nicht gefährlich werden.
Es geht vorbei an Pumpen, Motoren, silbernen Containern. Plötzlich bleiben wir stehen. Jürgen Fischer
guckt durch eine Plexiglasscheibe. Um durch das Fenster zu linsen, strecke ich mich, und erkenne ein blau gekacheltes Becken in das kontinuierlich Wasser läuft. „Das ist das Schwallwasserbecken“, sagt der Cheftechniker. Hier wird das Wasser vor der Wiederaufbereitung gesammelt. „Jeder Gast, der sich im Becken aufhält, verdrängt durch seine Körpermasse Wasser. Dieses fließt über den Beckenrand ab und wird hier gesammelt“, erläutert Jürgen Fischer. Damit der Wasserspiegel im Becken immer gleich bleibt, muss also kontinuierlich Frischwasser zugeführt werden.
„In fünf verschiedenen Stufen wird das Wasser aufbereitet“, sagt der 39-jährige Techniker. „Los geht’s mit der Flockungsmittel- Dosierstation“. Was sich anhört wie ein Befruchtungsakt bei Fischen, ist nichts anderes als ein Mittel, das dem Wasser zugegeben wird, damit es Bakterien bindet und Verunreinigungen verklumpt. Anschließend fließt das Wasser durch einen Sandfilter, der Schmutzpartikel filtert. In der dritten Stufe wird dem Thermalwasser Ozon beigefügt – in gering dosierter Men- Ein lautes „Hallo“ reißt mich aus dem süßen Tagtraum und zerrt mich zurück in die stickige Realität. „Willkommen in der Technik“, sagt Jürgen Fischer mit kräftiger Stimme. „Am besten Sie folgen mir, und ich führe Sie durch unsere Anlage.“ Der Rundgang dauert seine Zeit, denn die ganze Caracalla Therme samt ihren Außenbecken ist unterkellert. Wir laufen durch ein Labyrinth aus unzähligen schmalen und breiten Gängen. Gut, dass ich mit einem Meter sechzig recht klein und zierlich bin, denke ich. Die vielen Rohre und Schläuche, die sich an den Wänden und der Decke schlängeln, können mir so wenigstens nicht gefährlich werden. Es geht vorbei an Pumpen, Motoren, silbernen Containern. Plötzlich bleiben wir stehen. Jürgen Fischer guckt durch eine Plexiglasscheibe. Um durch das Fenster zu linsen, strecke ich mich, und erkenne ein blau gekacheltes Becken in das kontinuierlich Wasser läuft. „Das ist das Schwallwasserbecken“, sagt der Cheftechniker. Hier wird das Wasser vor der Wiederaufbereitung gesammelt. „Jeder Gast, der sich im Becken aufhält, verdrängt durch seine Körpermasse Wasser. Dieses fließt über den Beckenrand ab und wird hier gesammelt“, erläutert Jürgen Fischer. Damit der Wasserspiegel im Becken immer gleich bleibt, muss also kontinuierlich Frischwasser zugeführt werden. „In fünf verschiedenen Stufen wird das Wasser aufbereitet“, sagt der 39-jährige Techniker. „Los geht’s mit der Flockungsmittel- Dosierstation“. Was sich anhört wie ein Befruchtungsakt bei Fischen, ist nichts anderes als ein Mittel, das dem Wasser zugegeben wird, damit es Bakterien bindet und Verunreinigungen verklumpt. Anschließend fließt das Wasser durch einen Sandfilter, der Schmutzpartikel filtert. In der dritten Stufe wird dem Thermalwasser Ozon beigefügt – in gering dosierter Menge, versteht sich. Falls es Bakterien bis hierher geschafft haben, werden sie spätestens jetzt vernichtet. Anschließend muss das Wasser nochmals durch einen Filter – den sogenannten Kohlefilter – der das Restozon und auch das Chlor entfernt. „Und wo kann ich das alles sehen?“, frage ich. „Diese Prozesse funktionieren in abgeschlossenen Röhren automatisch“, sagt Jürgen Fischer. Daraufhin zeigt er mir den genauen Ablauf an einer Metall-Tafel. „Das Becken wird alle zwei Stunden komplett umgewälzt.“ Obwohl ein Thermalbad laut DIN-Norm 30 Liter Frischwasser pro Gast zuführen muss, fließen in der Caracalla Therme circa 290 Liter ins Becken – das ist das Neun- bis Zehnfache der vorgeschriebenen Menge.
Perspektiven-Wechsel: Nach getaner Arbeit, mache ich meinen Tagtraum wahr und räkel mich einen Stock höher im mollig warmen Thermalwasser. Das Wasser schwappt über den Beckenrand, und ich beobachtet, wie es im Nichts verschwindet. Auf Wiedersehen, denke ich. Und freue mich, dass mir dieses Wunderwerk der Technik den herrlichen Genuss ermöglicht.
Energie aus der Erde
Zu Füßen des Neuen Schlosses, am Florentinerberg, entspringen zwölf heiße Quellen. Das Wasser ist mit bis zu 70 Grad die heißeste und nebenbei mineralreichste Quelle in ganz Baden-Württemberg. Diese geothermische Energie machten sich die Bäderbetriebe auf verschiedenen Wegen zunutze: Mit Hilfe einer Gas-Wärme-Pumpe wird dem heißen Thermalwasser und auch dem verbrauchten Duschwasser Wärme entzogen. Diese reicht aus, um einen Großteil des Wärme-Energiebedarfs der Caracalla Therme zu decken. Das ist einzigartig in einer deutschen Therme. Außerdem brauchen die Caracalla Therme und das Friedrichsbad keinen elektrischen Wärmetauscher, der das Thermalwasser erwärmt. Stattdessen pumpen Maschinen kontrolliert heißes Wasser ins Becken. Folge: Die Wassertemperatur bleibt konstant. Mehr noch: Das Dampfbad im Friedrichsbad kommt deswegen ohne Elektroheizung aus, weil dort heißes Thermalwasser über eine Fläche fließt, wo es verdampft und für das richtige Nebelklima sorgt.
Reportage: Judith Wildt Bastos für CARASANA Bäderbetriebe GmbH